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Testbericht "Extra" von Lembeck Modellbau
und "Extra 230 XL" von Staufenbiel.

Seit meiner Jugendzeit habe ich so manches Modell nach Bauplan gebaut. Da reichte die Winterzeit aus um ein, bzw. maximal 2 Modelle fertig zu stellen. Alle Teile mussten von Hand erstellt und zusammengefügt werden. So waren mehrere Wochen nötig, um einen flugfähigen Flieger zu bekommen.

Heute zu ARF´s - Zeiten können in dieser Zeit gar 1, 2 oder auch 3 Modelle gebaut, bzw. montiert werden. Da diese Modelle, bedingt durch die kostengünstige Produktion in Niedriglohnländer hergestellt werden, wird unser Geldbeutel nur geringfügig belastet. Durch das reichhaltige Angebot ist es allerdings schwierig die richtige Wahl zu treffen.

Durch ein Inserat in der Modellzeitschrift stießen wir auf die Firma Modellbau Lembeck. Mein Sohn hat mich dann gleich auf die Internetseite hingewiesen. Kurz danach folgte die erste Bestellung der LM - Extra mit 2,32 Meter Spannweite. Diese war gedacht als Weihnachtsgeschenk. Bei der Durchsicht vom gelieferten Modell war ich von der Qualität überrascht. Es folgte kurzerhand eine weitere Bestellung der LM - Extra mit 2,60 Meter Spannweite. Diese legte ich mir unter den Weihnachtsbaum.

Um einen Überblick über den Montageaufwand zu bekommen sind die notwendigen Stunden immer fortgeschrieben und in Fettschrift hinterlegt.

Die ersten 2 Stunden. Übersichtlich verpackt im Karton, jedes Einzelteil wiederum eingepackt in Klarsichtfolie. So kommt die Lembeck - Extra wohl behalten beim Kunden an. Die Tragflächen geschützt durch die exklusiven Tragflächentaschen, werden als Unterlage auf dem Baubrett verwendet. Die sauber gebauten Tragflächen, überzogen mit Oracover werden so vor Beschädigungen geschützt. Und los geht es mit der Montage der Extra. Die Stiftscharniere werden leicht mit Schmirgel angeraut und mit Uhu Plus Endfest 300 in den Flügel eingeklebt. Damit die Scharniere nicht verdreht im Flügel eingeklebt sind werden diese schräg nach unten gestellt. Mit einem Lineal wird geprüft, ob der Mittelpunkt vom Scharnier in einer Flucht liegt. So wird es in der gut verständlichen Bauanleitung beschrieben. Das Querruder wird am nächsten Bauabend angeklebt.

Entgegen den Empfehlungen der Baubeschreibung, verlängere ich die Rudermaschinen mit verdrilltem Kabel. Jeder Steckkontakt ist Fehlerquelle. An den Lötstellen verwende ich einen durchsichtigen Schrumpfschlauch, um auch mal zu einem späteren Zeitpunkt die Lötstellen im Auge zu behalten. Für dieses Modell verwende ich die Dymond DS 9500 mit den, als Zubehör erhältlichen Alu - Ruderhebel. Diese Rudermaschinen von der Fa. Staufenbiel haben ein super Preis / Leistungsverhältnis und haben sich in unserem Verein in den letzten Jahren bewährt.

Nach 5 Stunden. Erst wollte ich Ruderhörner von Dupro verwenden. Diese setzte ich normalerweise bei Großmodellen ein. Die beiliegenden CNC -  gefrästen Ruderhebel erwecken jedoch mein Interesse. In der Baubeschreibung wird verwiesen, mit einem passenden Bohrer oder einem kleinen Fräser die Schlitze für die Ruderhörner zu fräsen. Dies scheint mir dann doch recht riskant und ich will die sehr schön gebauten Querruder nicht beschädigen. Ich fertige zuhause auf der Fräsmaschine erst mal eine kleine Fräslehre. Mit dieser sollten es dann sicherlich funktionieren. Da ich heute an dieser Stelle nicht weiterkomme wird erst mal das Fahrwerk ausgerichtet und am Rumpf verbohrt. Mit beiliegenden M4-Schrauben, nebst selbstsichernden Muttern wird das Fahrwerk dann verschraubt. Für das Heckfahrwerk ist im Rumpf ein Stück Hartholz eingelassen. Mit den beiliegenden Schrauben wird dieses verschraubt. So bestückt kann der Rumpf auf die Beine gestellt werden und ist somit geschützt vor Beschädigungen an der Unterseite. Aus Gewichtsgründen ist diese nur mit Folie überzogen.

Nach 8 Stunden. Mit der vorbereiteten Fräslehre und mit der Proxon werden nun mit einem 1,5 mm Bohrer, welcher 17mm heraussteht die Schlitze hergestellt. Die Lehre ist mit Klebeband, gegen verrutschen gesichert. Zuerst wird gebohrt. Dann die Löcher, durch herausfräsen mit dem Bohrer verbunden. Die Ruderhörner sitzen so nah wie möglich am Drehpunkt. Leider sind die dafür vorgesehenen Sperrholzplatten etwas weiter hinten. Da die Querruder an dieser Stelle massiv sind halten aber die Ruderhörner bombenfest in den Schlitzen. Uhu Plus Endfest 300 wird angerührt und die Ruderhörner eingeklebt. Beim nächsten Termin können die Gewindestangen gerichtet werden.

Nach 10 Stunden. Die Höhenrudermaschinen passen genau in die dafür vorgesehen Aussparungen. Man könnte meinen, das Modell ist für die Dymond DS 9500 gemacht. Das Einfädeln des Kabels lässt sich mit einem gebogenen dünnen Draht recht einfach bewerkstelligen. Die Ruderhebel könnten etwas länger sein. Ansonsten wird die M3 - Gewindestange etwas abgebogen und somit der Klips etwas schräg angebracht. Die Scharniere werden heute abschließend in der Dämpfungsfläche eingeklebt und rechtwinklig ausgerichtet. Es ist Zeit nach Hause zu gehen.

Nach 13 Stunden. Heute werden die Schlitze für die großen Ruderhörner am Höhenruder gefräst. Laut Baubeschreibung werden diese empfohlen, wenn die Rudermaschinen in der Dämpfungsfläche montiert sind. Die kurzen Ruderhörner werden montiert, wenn die Rudermaschinen hinten im Rumpf vorgesehen sind. Diese Lösung verwende ich für das Seitenruder, wenn ich Probleme mit dem Schwerpunkt bekomme. Doch um dies beurteilen zu können, muss ich den Motor erst mal montiert haben.

Die erste Variante ist bei mir der Fall. Jetzt werden erst mal die Ruderhörner eingebaut. Das geschieht mit der vorbereiteten Fräslehre vorzüglich. Die Schlitze sind 25mm tief. Die Scharniere werden mit Uhu Plus eingeklebt und gleich am Drehpunkt mit einigen Tropfen Öl gegen Festkleben gesichert. Dann folgen die GFK - Ruderhörner. Kurze Zeit später liegt das heutige Ergebnis auf dem Tisch. Leider fehlen noch die Kugelgelenke. Diese muss ich erst im Modellbaugeschäft beschaffen.

Die M3 - Gewindestangen für die Querruderanlenkungen werden gekürzt und montiert. Mit dem Servotester werden die Ausschläge geprüft. Mit den verwendeten Ruderhebel sind dies leider keine 45 Grad. Aber 30 Grad sind auch ausreichend für die ersten Flüge. Größere Ruderhebel an der Rudermaschine  können immer noch montiert werden. Über das Wochenende schaue ich mich im Internet schon mal nach längeren Aluhebel um. Der Karton der kleineren Extra wir schon mal geöffnet. Nächsten Donnerstag beginnt Dominik seine kleinere Lembeck -  Extra. Unten in der Verpackung liegen die Tragflächen, geschützt in den Flächtaschen. Darauf der Rumpf und alle notwendigen Teile.


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Gerhard Kenner