Schröcken 2008 vom 10. bis 17. August.

Ferienprogramm Schröcken      
Der Count Down läuft.
In den vergangenen Jahren wurden in der Woche vor dem Ausflug nach Schröcken noch schnell einige Flieger gebaut. 2003 war es der Hai, 2004 hatten wir die Depronwoche, und 2007 waren die Wiesel dran. Dieses Jahr wollen wir in dieser Woche ein Ferienprogramm mit einigen Schülern der Hausherrenschule veranstalten. Aus diesem Grund beginnen wir frühzeitig mit dem Bau unserer Modelle. Dieses Jahr bauen Bernd, Toni, Thomas, Alex und Gerhard Elektrosegler namens "Paprika".  Das Modell haben wir bei Händler in Frauenfeld abgeholt. Nähere Informationen über das Internet bei www.ty1.ch.

Schon die Beschreibung vom Modell klingt vielversprechend.
Der Verkaufsschlager: GFK Rumpf und ARF. Ungeschlagenes Preis–Leistungsverhältnis. Schöner schlanker GFK Rumpf mit schönen holzbeplankten Flügeln (überspannt). Das Modell für ewiges Segeln am Hang oder in der Thermik und pfeiffende "Dives", Rollen und Loopings. Querruder und Wölbklappen sind in den 2–teiligen Flügeln fertig realisiert. Der Aluminium Motorspant sowie die Servoaufnahme im Rumpf sind fertig eingebaut. Kleinteile sind vorhanden. Bauanleitung in Englisch (Bauzeit ca. 2–3h)

Spannweite: 2005 mm
Flügelfläche: 38.3 dm2
Länge: 1178 mm
Fluggewicht: 1300 bis 1600g
Profil: MH32 mod.

Mit äußerst gutmütigen Flugeigenschaften ist dieses Modell auch von weniger erfahrenen Piloten zu Fliegen und überzeugt trotzdem mit einer guten Performance an die "Styropormodelle" nie rankommen. Gelandet wird im "Butterfly" auf kleiner Fläche. Motorisierung: STModel 2814 (2820) 1000kv, 3 Zellen 2100 bis 3200mAh, 12x8 Propeller, 40A–3P Regler.


Schon 4 Wochen vor dem Event macht sich die Mehrheit ans Werk. Die einen gemächlich, die anderen wieder recht flott. Gemeinsam, sozusagen in Teamwork wollten wir die Modelle fertig stellen. So die Vorgabe von unserem Ersten. Gesagt, heißt leider noch nicht, dass dieses auch so umgesetzt wird. So sind auch wieder mal Alexander und Toni die ersten, welche wieder mal vom Erstflug berichten. Doch so orientieren wir uns eben an jenen, welche nicht ganz so schnell sind beim Zusammenbau und berichten über die Baufortschritte.

Bernd und Thomas laminieren das Vorderteil vom Rumpf mit 160 Gramm starken Gewebe. An dieser Stelle ist der Rumpf doch sehr labil. Da dieser Vorgang ausreichend besprochen werden muss, wird somit der ganze Abend benötigt. Alex hingegen hat an den Vorabenden schon die meisten Punkte erledigt und beschäftigt sich schon mit dem Zusammenbau. Somit stimmt die Aussage vom Hersteller hinsichtlich der Bauzeit von 2-3 Stunden fast. Er ist auch der erste, welcher nach 2 Tagen über der Erstflug berichtet. Gleich vorweg. Der Flieger soll super Flugeigenschaften haben. Darüber werden wir im Bericht sicherlich noch einiges erfahren.

Thomas und Bernd sind immer noch am Laminieren. Und da scheint noch eine Blase im Rumpf zu sein. Thomas, lass die Zuge heil! Am Folgeabend werden die Anschlusskabel an den Rudermaschinen vorbereitet. Als Rudermaschinen sind vom Mosqutio - Projekt noch einige Dymond DS-62MG von Staufenbiel vorhanden. Mit einer Stärke von 10 mm passen diese genau in die gefrästen Aussparungen.
Diesen Bericht möchte ich endlich mal nutzen, meine Art der Servobefestiung an den Mann zu bekommen. 2 Stück 10mm Distanzen aus dem Elektronikbedarf und einige Schrauben benötige ich als Zubehör. Das ganze auf ein Stückchen Sperrholz montiert hält mein Servo. Zum demontieren wird nur noch eine Schraube gelöst und an der Rudermaschine kann hantiert werden. Die komplette Einheit wird mit Uhu Plus Endfest 300 eingeklebt. Natürlich kann man die Rudermaschinen auch direkt in die Aussparung kleben. Auch das erfüllt den Zweck. Jedoch sollte dann dieses nie wieder demontiert werden.
Alle Rudermaschinen samt Halterung sind eingeklebt und wurden mit einem Sperrholzstreifen gesichert. Um die genaue Lage zu justieren können die Gestänge gesteckt werden. Thomas und Bernd meinen es gut mit der Festigkeit. Sie laminieren die Aussparungen mit 160 Gramm Gewebe und Epoxy. Und so vergeht ein weitere Abend.
Die oberen Ruderhörner werden aus CFK hergestellt. Da über dieses Modell schon vielfach Berichte über das Internet vorhanden sind, hat sich diese Information bis zu uns rumgesprochen. Die hergestellten Ruderhörner werden gleich mit Uhu Plus Endfest 300 eingeklebt.
Die Abdeckungen der Rudermaschinen in der Tragfläche werden ausgeschnitten, mit dünnen Doppelklebeband aus dem Fotobedarf beschichtet und anschließend auf den Flügel aufgeklebt. Auf ebener Fläche hält das Klebeband bombenfest und kann, falls notwendig wieder abgelöst werden. Das weis ich aus folgendem Grund. Als ich fertig war, fand ich eine kleine Schraube vom Servohebel. Da musste ich nacheinander alle Abdeckungen wieder entfernen. Natürlich fehlte die Schraube an der letzten Rudermaschine...
Nachdem mittlerweile alle Kollegen Ihre Rümpf laminiert haben, ist auch meiner an der Reihe. Die Innenseite wird mit groben Schmirgel aufgeraut. Eine Lage Kevlar, gefolgt von einer Lage 160 Gramm Gewebe wird in den vorderen Rumpf eingelegt und das ganze mit dünnflüssigem Epoxy getränkt. Das sollte halten.

Die Anschlüsse werden an den Regler gelötet und mit Schrumpfschlauch isoliert. Für die Zuleitungen ist im schmalen Rumpf leider sehr wenig Platz vorhanden. Durch die Rumpfform bedingt, an der Oberseite etwas mehr. Deshalb werden die Kabel auch an der Oberseite verlegt. Für das Antennenkabel wird im Rumpf eine Bowdenzugrohr verlegt und eingeklebt. Die Aussparungen für die Rudermaschinen sind passend für die DS-62MG. Sogar die vorbereiteten Bohrungen passen auf Anhieb.

Bei den Leitwerken sind schon kleine Bohrungen für eine Steckung vorbereitet. 1,5mm Federstahldrähte werden mit einem Winkel von 105 Grad gebogen. Mit Uhu Plus Endfest 300 wird das Leitwerk zusammengeklebt und mit einigen Stecknadeln gesichert. Ein Kollege hat sein Leitwerk mit Klebeband gesichert und beim Abziehen die Folie abgerissen. Das will ich damit vermeiden. An der Unterseite spielen die Nadellöcher eh keine Rolle. Diese werden später durch die Leitwerksaufnahme abgedeckt.

 Hierzu der Spruch des Tages. "Wer langsamer baut lernt aus den Fehlern der Anderen". 

Die Klebestellen sind trocken. Die Bohrungen zur Leitwerksbefestigung werden gebohrt, die Sperrholzhalterung mit den zuvor eingeklebten Einschlagmuttern in den Rumpf eingeklebt und das V-Leitwerk mit beiliegenden Schrauben montiert. Mit aufgelegtem Balsabrett auf der Tragflächenauflage wird die Stellung kontrolliert. Für die Tragflügelbefestigung liegt eine Bohrschablone der Beschreibung bei. Mit dieser werden zuerst die Befestigungsbohrungen in die Tragfläche gebohrt. Der Flügel wird aufgesetzt, zum Leitwerk hin, mit einer Schnur vermessen und anschließen abgebohrt. Die vorbereiteten Sperrholzhalterung samt Einschlagmuttern werden mit Uhu Plus in den Rumpf geklebt und mit eingeölten Schrauben gesichert. Der Empfänger wird mit Klettband auf ein Brett geklebt, welches dann auf den Grund des Rumpfes geklebt wird. Die Antenne wird durch das zuvor eingeklebte Bowdenzugrohr eingezogen und ist somit sauber im Rumpf verstaut.

Im montierten Zustand wir das Modell ausgewogen, gemäß Schwerpunkt wird der 3S-Lipo auf einem eingeklebtem Sperrholzbrett platziert. Freitag Abend noch eine Sonderschicht bis 21 Uhr, dann ist zum Wochenende der Paprika flugbereit.

Das obligatorische Foto, dieses mal mit unserem Flugplatzhund, wird geschossen. Auch ein Reichweitetest wird noch durchgeführt. Es gibt ja kritische Genossen, welche die im Rumpf verlegte Antenne anzweifeln. Doch das funktioniert wieder mal einwandfrei, solange der Rumpf keine Kohlefaser enthält. Dann geht es ab in die Lüfte. Hier verspricht die Werbebeschreibung nicht zu viel. Viele senkrechte Steigflüge, bereits mit Halbgas sind möglich. Ausgedehnte Gleitflüge, langsam - mal mit nach unten gesetzten Klappen, oder eher schnell. Der mögliche Geschwindigkeitsbereich lässt keine Wünsche offen. Kunstflug in allen Varianten ist möglich. In der Butterflystellung kann mit dem Modell fast senkrecht nach untern abgestiegen werden, um danach auf kürzester Strecke zu landen. Alles in Allem ein toller Flieger.

Hinsichtlich der Bauzeitvorgabe von 2-3 Stunden habe ich wahrscheinlich, nach über 40 Jahren Modellbau, noch nicht die ausreichende Erfahrung. Da hilft auch die sehr gute Qualität bzw. der hohe Vorfertigungsgrand nicht den Zeitrahmen einzuhalten.  Ich habe sicherlich die 5-fache Zeit benötigt.

Ferienprogramm

Gerhard Kenner