Schröcken 2007 vom 19. bis 26. August.

Wer war diese Jahr mit dabei?
Thomas, Dominik, Toni, Achim, Simon, Andreas, Yannick, Ralf, Bernd und Gerhard. (Da hab ich doch wirklich längere Zeit nachgedacht wer da wohl der zehnte ist. Ja man wird eben älter...)
Vorbereitungen.
In den letzten Ausfahrten nach Schröcken ist immer mal wieder ein Modell mit besonderen Flugleistungen aufgefallen. Markus Keh, welcher dieses Jahr nicht dabei ist, hatte bislang immer sein Wiesel dabei. Von diesem Modell haben wir uns die geschnittenen EPP-Teile beschafft. Ich vermeide an dieser Stelle bewusst den Begriff Bausatz. Dies wäre leicht übertrieben. Denn es ist noch einiges an Aufwand und reichlich Zubehör notwendig, um den Nurflügel fertig zu stellen.

Und so treffen wir uns einige Tage vor der Ausfahrt an den Hochtannbergpass in unseren Bauräumen, um die 4 gelieferten Einzelteile zusammen mit Kontaktspray, Gewebeband und besorgtem Zubehör in einen Flieger zu verwandeln. Um auch in dieser Aktion einen Rationalisierungseffekt zu erzielen werden zuerst mal die notwendigen Vorrichtungen zum Herausschneiden aller Aussparungen hergestellt. Die Schneideschablonen samt Drähte sind hergestellt und schon werden diese von 7 anwesenden Mitglieder der MBG genutzt. Aus dem Lagervorrat vom Verein werden gleich noch 10 Sätze Flugakkus hergestellt. Toni hat die Ruderhörner aus GFK CNC-gefräst. So nutzen wir je 3 Stunden am Mittwoch, Donnerstag und Freitag. Entgegen der Baubeschreibung verwenden wir Plotterfolie zu Bespannung. Am letzten Tag werden auch alle Flieger fertig.  Die Zeitangabe der Beschreibung mit 5-10 Stunden zur Fertigstellung vom Modell  stimmt. Als Gewicht werden 300 bis 500 Gramm angegeben. Die leichtesten Wiesel liegen um 400 Gramm, die schwersten 500 Gramm. Kaum fertig gestellt testen einige Erbauer gleich ihr Werk im Gleitflug. Der Urlaub kann beginnen.

Sonntag.
Schon während der Anreise stellt sich wieder mal das gewohnte Wetter für den Arlberg ein. Ab Bregenz fängt es an zu regnen. Der Regen begleitet uns bis zur Ankunft. Wir sind angekommen in unserer Unterkunft, laden aus und verstauen den Proviant. Die Luftveränderung wirkt. Schon plagt uns wieder das Hungergefühl. 2 kg Wurstsalat werden im rechten Mischungsverhältnis gebrauchsfertig angerührt. Gemeinsam wird gegessen. Im Kellerraum der Hütte und allen möglichen Bauplätzen werden die mitgebrachten Flieger fertig gestellt. Einige sehen sich noch ein paar Filme auf dem mitgebrachten DVD-Player an. Diese handeln natürlich über das Modellfliegen. Jeder hat sein persönliches Modellbauziel erreicht. Zu später Stunde kehrt dann die Nachtruhe ein. Ein leises Regengeräusch wiegt uns in den Schlaf. Oder ist es vielleicht der nahe liegende Wasserfall?

Montag,
Wolken bis ins Tal. Es regnet nur noch leicht. Ideales Bauwetter bzw. Schlafwetter. Ich finde Zeit um den Internetbericht zu schreiben. Natürlich sind wir gespannt auf unsere Wiesel, jedoch hat uns der Wetterbericht für die nächsten 2 Tage keine rosigen Aussichten prophezeit. Aus der Erfahrung vergangener Arlberg-Urlaube heraus hat sich jeder genug Arbeit mitgebracht. Und so wird auf allen freien Tischen montiert, gelötet oder gewerkelt.

Dienstag.
Der erste Blick aus dem Fenster ist vielversprechend. Blauer Himmel, geziert von einigen Schönwetterwolken. Hat sich da etwas der Wetterbericht getäuscht? Soll uns auch recht sein! Uns hält sowieso nichts mehr in der Unterkunft. Nach dem Frühstück brechen wir auf zum Haushang. Eine Gruppe von uns versucht am gegenüberliegenden Hang ihr Glück. Doch so richtig trägt es heute nicht. Wir haben den Wind im Rücken. Und so lässt es sich im Lee und in der Sonne auch ein bisschen Ruhen. Da der Wind nicht drehen will, begeben wir uns auf die Rückseite zum Hang. Mit Blick Richtung Lech absolvieren die ersten Wiesel den Jungfernflug. Dieser Hang ist recht steil und ohne Landemöglichkeit, wenn es abwärts geht. Nach kurzer Zeit dreht der Wind und ab 15 Uhr regnet es wieder. Hat der Wetterbericht doch recht behalten? Laut diesem soll es erst ab Mittwoch schöner werden. Na, dann glauben wir dass eben auch.

Mittwoch.
Wir haben schönes Wetter. Da macht das Aufstehen wieder richtig Spaß. Nach dem Frühstück wird noch kurz die Geschirrspülmaschine eingeräumt. Dann erfolgt der Aufstieg zum Hang. Auch der Wind steht heute richtig. Die Modelle werden zusammengebaut und ab geht es in die Luft. Die Sichtgrenze sind heute die Dunstwolken. Wenn diese erreicht sind wird die Höhe mit Kunstflug abgebaut. Simon und Achim haben die letzten Tage wieder einen alten Segler aktiviert. Dieser soll heute wieder in die Luft. Kurzer Check vor dem Start - erst waren die Querruder falsch programmiert. Nachdem alles passt geht es ab in die Luft. Und der Flieger fliegt gerade aus, solange nicht gesteuert wird. Nach ca. 50 Meter geht es dann steil bergab. Das Ergebnis sind mehrere handliche  Einzelteile, welche auch nicht mehr repariert werden. Ansonsten stehen wir den ganzen Tag am Hang, die Nase in den Wind gerichtet und freuen uns am Modellfliegen. So einfach kann Modellfliegerurlaub sein. Gegen Abend trifft Alexander bei uns ein. Er wird einige Tage bei uns bleiben.

Donnerstag.
Bei schönem Wetter vergehen die Tage wortwörtlich wie im Fluge. Heute werden gleich 2 neue Modelle eingeflogen. Achim und Simon haben die letzten 3 Tage eine ASH-25 und Thomas seinen Wilbur fertig gestellt. Nach den letzten Einstell- und Programmierarbeiten am Sender und den prüfenden Blicken einiger Profis werden die Modelle gegen den Hangwind geschmissen und fliegen auf Anhieb. Der Wind dreht ab 15 Uhr und längere Flüge werden heute noch in der Leethermik absolviert. Thomas und ich suchen noch Blaubeeren für unser Abendessen. Alle Modelle sind noch ganz am Abend. Heute steht nichts zum Reparieren an. Gemeinsam, bei Airmix- und diversen Videos klingt der Abend aus. Wir freuen uns schon auf dem morgigen Tag. Heute Abend reist Andreas ab. Er würde gerne länger bleiben, ist jedoch am Wochenende bei einer Hochzeit eingeladen.
Freitag.
Stahlblauer Himmel schon in der Frühe. Heute wird etwas länger geschlafen. Nach dem Frühstück geht es wieder ab an den Hang. Der Wind kommt den ganzen Tag von hinten. Trotzdem sind in der Thermik ausgiebige Flüge möglich. Heute besucht uns Peter aus München und Michael vom Bodensee. Sie verbringen einige schöne Stunden mit uns. Wenn nicht geflogen wird zum Spaß gekuschelt. Die einen treiben Kraftsport oder stärken sich mit dem mitgebrachten Vesper. Heute soll der neue Flieger von Ralf in die Luft. Wir warten vergebens bis zum Abend auf besseren Hangwind. Na dann erhebt sich der Vogel eben erst morgen in die Luft. Schönes Wetter ist uns laut Wetterbericht sicher.

Samstag und der beste Tag.
Heute wuselt es vor lauter Wiesel, so lautet bereits die Redensart unserer Mitglieder. Schon in der Früh stimmt der Hangwind. Den ganzen Tag über haben wir immer wieder eine Hammerthermik. Alle Wiesel kommen heute mehrmals in die Luft und steigen bis an die Sichtgrenze. Da es heute erstmals richtig warm ist strecken wir unseren Bauch in die Sonne und genießen die Flüge bis spät in den Abend hinein. Einerseits sind wir traurig, dass die 7 Tage so schnell vergangen ist, anderseits sind wir diese Woche voll auf unsere Kosten gekommen und freuen uns jetzt schon wieder auf das nächste Jahr.

Und abschließend noch eine wichtig Frage!
Was gab es denn zum Essen?
Bitte liebe Frauen alle weghören - da Männer eh die besseren Köche sind haben wir uns da sehr lecker verköstigt!

Anreisetag
- Wurstsalat mit Brot.
Montag - Spagetti Bolognese Gurken- und Tomatensalat
Dienstag - 16 Große handgemachte Frikadellen  mit Spätzle, Soße, Gurken- und Tomatensalat.
Mittwoch - Bunt gemischter Salat mit Joghurtdressing vorweg, Gebratenes Putenfleisch mit Curryreis und Zucchinigemüse.
Donnerstag - 2 kg Gulasch mit selbst gepflückten Blaubeeren, Kartoffeln, Reis und heute mal mit Tomaten- und Gurkensalat.
Wir haben ca. 10 kg Tomaten und Gurken dabei und die müssen weg!
Freitag - Linsen mit Wienerle, Gurken- und Tomatensalat gemischt, zusätzlich Paprikasalat.
Samstag - Mexikanische Bohnensuppe mit Kartoffeln, Gurken, Tomaten und Paprikasalat.
Zum Frühstück wie Gott in Frankreich - Rührei mit Speck, Wurst , Käse, Honig und Marmelade.

Alpinfliegen ist Leistungsport. Da muss auch die Ernährung stimmen!

Gerhard Kenner